
- Interpersonelle Psychotherapie
Die von Klerman und Weissman entwickelte Kurzzeitpsychotherapie ist ein
methodenübergreifendes Behandlungsverfahren, dass zur Behandlung der
Depression entwickelt wurde. Der Focus der Behandlung liegt im Bereich
psychosozialer und interpersoneller Konflikte, weil diese Bereiche das
Auftreten einer Depression begünstigen.
Für diese Behandlungsmethode konnte eine hohe Wirksamkeit in vielen
wissenschaftlichen Studien ermittelt werden.
Nach Schramm E.; Berger M.;Gegenwärtiger Stand der interpersonellen
Psychotherapie; Nervenarzt 65:2-10.
- Fibromyalgie
Es handelt sich um eine Gruppe von Krankheitszeichen, die von dem American
College of Rheumatology klassifiziert und definiert wurden. Wegweisend sind
verschiedene Schmerzen im Bewegungsapparat, vorzugsweise im Bereich der
Muskulatur und der Muskelsehnenansätze. Zusätzlich ist das Auftreten von
psychischen Störungen und Störungen des vegetativen Nervensystems von
Bedeutung. Die Ursache dieser Beschwerden ist heute nur lückenhaft bekannt.
Der Übergang zu chronischen somatoformen Schmerzstörungen ist in
differentialdiagnostischer Hinsicht fließend.
Nach Pongratz D.; Späth M.; Fibromyalgie; Fortschritte der
Neurologie-Psychiatrie 69: 189-193.
- Zappelphilipp wird erwachsen...
Noch bis vor kurzem wurde angenommen, dass
die Symptome einer Aufmerksamkeits/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern
sich mit dem Erwachsenwerden zurückbilden, doch ein ADHS kann über die Pubertät
hinaus fortbestehen. Allerdings ändert sich das klinische Erscheinungsbild:
Rückläufig ist Hyperaktivität und Impulsivität, aber häufig besteht eine
eingeschränkte Möglichkeit sich zu entspannen oder Unruhe wie Trommeln oder Wippen fort.
Die Impulsivität zeigt sich in unüberlegten Entscheidungen und Aktivitäten ohne Risikoabwägung z.B.
im Sport und im Straßenverkehr. Eine Minderung der Impulsivität wird durch
Nikotin verspürt.
Unordnung und Chaos sind Ausdruck mangelnder Organisation. Häufig werden neue Arbeiten in Angriff genommen, ohne dass diese
zu Ende gebracht werden. Die Bewältigung wird immer schwieriger und schließlich
resultiert eine Selbstwertproblematik. Allgemeine Unzufriedenheit, Langeweile
und Lustlosigkeit stellt sich ein. Gefährliche Betätigungen führen dann zu
einer Stimulierung. Ein beeinträchtigtes Sozialverhalten birgt die Gefahr einer
sekundären Neurotisierung. Die Therapie bedarf einer individuellen
Planung, wobei neben dem möglichen Einsatz von Medikamenten besonders
eine psychotherapeutische Behandlung wichtig erscheint.
Nach Trott G.-E.; Wenn Zappelphilipp erwachsen wird; Neurotransmitter 4/2002 63-68